EIN ERLEBNISBERICHT VON UND MIT LUTZ KNÜLLE:
Die wohl mit Abstand interessanteste Reise für die Frauenfußball-Abteilung des SV Willmenrod ging am vergangenen Samstag zu Ende.
Los ging es am 28. Juni mit insgesamt 13 Spielerinnen und 6 Betreuern in das malerische Calella an der Costa Maresme, der Provinz Barcelona. Pünktlich um 19:00 Uhr versammelten sich alle mitreisenden in Westerburg auf der Hofwiese um dort den Bus in Richtung Spanien zu besteigen. Hier trafen wir noch auf eine Jungen-Mannschaft aus Münster, die ebenfalls mit uns zur Copa Cataluna wollte. Knapp 20 Stunden Busreise standen uns nun bevor, was so manchen Hintern schwer strapazierte. Aber allein die Vorfreude auf das kommende Event ließ uns dieses schnell vergessen machen.

Gegen Mittag des darauffolgenden Tages erreichten wir unser Zielort namens Malgrat de Mar. Dort empfing uns die offizielle Turnierleitung von „Komm-Mit“. Hier erhielten wir auch alle Informationen, die wir für die kommende Woche benötigten. Darunter den wichtigen Busfahrplan, alles über das Turnier und sonstige Aktivitäten rund um unseren Aufenthalt in Spanien.
Von hier aus machten wir uns weiter auf nach Calella, um dort unser Hotel International zu beziehen. Alles lief glatt, sogar die Aufteilung der Zimmer, was bei Mädchen eher ungewöhnlich ist. Anscheinend hatten sich aber alle schon vorher gut abgesprochen. Der erste Weg nach dem Einchecken war natürlich der Strand. Vom Hotel aus brauchten wir keine 50 Meter, bis wir den ersten Sand unter den Füßen hatten. Von dort aus hatte man den besten Blick auf das strahlend blaue Wasser.
Am Abend folgte das absolute Highlight. Das Endspiel Deutschland-Spanien stand auf dem Programm. Geschaut wurde also in Spanien mit Spaniern. Der Ausgang ist hinlänglich bekannt, ich weiß nur soviel noch, dass die Spanier, die mit uns gefeiert haben, nun keine Trikots und Fahnen mehr besitzen. Die wurden kurzerhand von Willmenrod übernommen.

Am nächsten Morgen wurden wir vom strahlenden Sonnenschein geweckt und keiner konnte es mehr erwarten, nun zur Eröffnungsfeier zu fahren. Tatsächlich fanden „die Westerwälder“ auch den Busparkplatz und somit steht jetzt fest, dass man uns getrost überall aussetzen könnte.
Was wir dann in Penida vorfanden, sprengte alle Erwartungen. Nicht Hunderte, sondern eher tausende Menschen vor dem Stadion, bereit sich auf dem Platz einzufinden. Soviele Nationen friedlich feiernd und singend, das war schon ein imposanter Anblick. Gleich wurden neue Freundschaften geknüpft und die Kameras klickten, was der Speicher hergab. Der Einmarsch wurde begleitet von guter Stimmung und Gesangseinlagen in den diversesten Sprachen, jeder Mannschaft wollte ihre Anwesenheit dabei lautstark verkünden. Nach der Aufstellung im Stadion haben wir kurz geschätzt und sind nach der Bestätigung von Komm-Mit-Mitarbeitern auf ca. 3500 Menschen gekommen. Da waren unter anderem Italiener, Schweden, Malteser, Spanier, Kroaten, Österreicher, Russen, Deutsche und Engländer. Alle trafen sich zu einem friedlichen Fest. Anschließend wurden die Nationalhymnen gespielt und jede einzelne Mannschaft wurde vorgestellt und mit Jubel begrüßt. Überwältigt von der Farbenpracht bekamen unsere Mädchen den Mund gar nicht mehr zu. Die eigens für dieses Event angeschafften T-Shirts machten alle stolz, hier Willmenrod vertreten zu dürfen.



Nach der Eröffnungsfeier ging es direkt wieder an den Strand, da unsere Mannschaft am ersten Tag spielfrei hatte.
Am folgenden Tag stand das erste Spiel im Turnier auf dem Plan. Der SV Willmenrod gegen Lindsdals IF Schweden, die übrigens stark in der Überzahl waren. Gleich 8 Mannschaften aus dem Schwedenland nahmen am Turnier teil. Ein paar weniger hätten es auch getan. Das erste Mal als 11er Mannschaft angetreten, taten sich unsere Mädchen schwer, erste einmal ihre Positionen zu finden. Die Hitze und das Aufwärmprogramm der Schweden taten ihr übriges. Der Name Schwedenballett war geboren. Schnell wurde klar, dass heute keine Apfelsinenenkiste zu gewinnen war. Die Schwedinnen, alle einen Kopf größer (Anscheinend liegt das am Futter, dass die dort bekommen) waren uns in allen Belangen überlegen. Körperbetontes Spiel mögen unsere Spielerinnen einfach nicht. Recht ruppig ging das erste Spiel vorbei und wurde mit 0:2 verloren.
Nach einer längeren Pause stand aber direkt das zweite Spiel gegen Vendelso IK an. Auch hier wieder keine Chance, wir brauchten zu lange zum überlegen und konnten es nicht vertragen, dass die Schwedinnen mehr ihren Körper zum Rempeln und schubsen einsetzten, als zum Spielen. Das Endergebnis diesmal betrug 0:3. Wie sich später herausstellte, hatten wir gegen den Ersten und Zweiten des Turniers verloren. Auch konnte man mit der Höhe der Niederlagen im Nachhinein gut leben, denn andere Mannschaften brauchten zwei Hände, um ihre Gegentore zu zählen.

Am Abend dann war dann ausgiebiges shoppen in der Stadt Calella angesagt. Einige neue Talente wurden dabei entdeckt. Im Feilschen und Handeln um das tollste Trikot mit Aufdrucken von Schweini, Torres oder Villa, übertrafen sich die Mädchen gegenseitig. Werner kam zu zwei neuen Kappen, die Ärger zu Hause versprachen, denn die Sammlung wird immer größer und der Lagerplatz langsam knapp.
Etwas später am Abend gab es ein geheimes Treffen der Mannschaft unter der Leitung von „Therapeutin“ Shona, die sogenannte „ Unter-Palmen-Krisensitzung“. Die Sache mit dem Fußball spielen musste besser werden, da waren sich alle einig. Keiner sollte mehr Entschuldigungen suchen, alle wollten noch einen versöhnlichen Abschluss, denn es war ja noch nicht alles zu spät um ins Viertelfinale einzuziehen. Na denn...
Nach einer bewegten Nacht ging es am Morgen zum Bus. Die Mannschaft war todmüde. Der Parkplatz diente als Bett, was soll das heute bloß geben. Die Vorzeichen waren absolut berauschend.

Auf dem Platz angekommen konnte man dasselbe Bild sehen. Alle waren stehend K.O. . Angesetzt war nun das Spiel SV Willmenrod gegen Bankeryds SK. Es waren keine zwei Minuten gespielt, da war es ausgerechnet Therapeutin Shona, die mit dem Griff nach dem Fuß einer gegnerischen Spielerin einen Foul-Elfmeter gegen den SV Willmenrod zu verantworten hatte. Wie sollte das heute nur enden? Doch nun platze irgendwie der Knoten und unsere Mädchen brannten ein Feuerwerk ab. Die schwedische Schützin semmelte den Ball so weit übers Tor, dass einer Legende zufolge, der Ball in vereistem Zustand wiedergefunden worden ist.
Von nun an spielten nur noch unsere Mädels. Ein tolles Mannschaftsspiel mit gutem Paßgefühl ließ die Schweden in Ehrfurcht erstarren. Die einzige wechselnde Spitze mit Franziska, Laura und Anna, wurde so stark bewacht, dass der Rest der Mannschaft sich frei entfalten konnte. Die Schweden kapierten nicht, dass wir unsere Jüngsten in die Spitze stellten, nur um die letzte Frau zu beschäftigen. Obwohl die Sturmspitze teilweise von bis zu drei Gegnerinnen umzingelt wurde, konnten unsere Minis sogar noch ab und an einen Ball „an die Frau“ bringen.
Ein harmloser Ball in Richtung Tor brachte dann die Entscheidung. Kira schoss einfach mal drauf und stellte die Torfrau vor eine unlösbare Aufgabe. Die zweite schwedische Mannschaft unterstütze uns so lautstark, dass unser Mädchen dadurch regelrecht Oberwasser bekamen.
Zum Ende war dies ein mehr als versöhnlicher Abschluss für alle Mitgereisten. Für den Einzug in die nächste Runde hat es leider nicht gereicht, dafür hätten wir 2 Tore mehr schießen müssen. Aber alleine schon die Tatsache, dass die Mannschaft sich so aufgerappelt hat, verdient ein Lob von allen!
Eines sollte der Trainer sich aber für das nächste Mal merken. Werden Spielerinnen auf einmal freundlich und wollen beim tragen der persönlichen Sachen helfen, sollte er vorsichtig sein. Denn manchmal endet so etwas mit einem unfreiwilligen Bad im Hotelpool...
Hiermit war für uns zwar das Turnier zu Ende, aber der Spaß noch lange nicht.

Der Nächste Tag stand zur freien Verfügung. Also ging es zum shoppen und ab ans Meer.
Am Abend dann das nächste große Highlight. Mit dem Bus ging es Richtung Pineda, zum Stadion, wo alles begann. Hier erlebten wir noch live das Endspiel der U17-Mannschaften Italien gegen Spanien. Nach einer 1:0 Führung befanden sich die Spanier schon auf der Siegerstraße. Doch in der letzten Sekunde glichen die Italiener aus und gewannen das darauffolgende Elfmeterschießen. Anschließend sahen wir, wie Italiener feiern können. Alle Italienischen Mannschaften stürmten den Platz und schwangen ihre Fahnen. Eine riesige Menschentraube verwandelte den Platz in eine einzige Party. Aber damit noch nicht genug. Die anschließende Siegerehrung war ziemlich imposant. Alle Mannschaften befanden sich wieder auf dem Platz und unsere Mädchen machten in ihren neuen Trainingsanzügen eine tolle Figur. Alle Plätze wurden aufgerufen und mit Pokalen und Medaillen geehrt. Gott, was waren wir stolz, dabei gewesen zu sein. Das abschließende Feuerwerk war das i-Tüpfelchen auf ein rundum gelungenes Turnier.


Der letzte Tag sollte noch einmal zur Entspannung und Erkundung dienen. Früh morgens ging es mit dem Bus nach Barcelona. Der erste Anlaufpunkt sollte die unvollendete Kirche im Zentrum Barcelonas sein, welche aber auf Grund der vielen Busse nicht angesteuert werden konnte. Also ab zum nächsten Punkt. Das ging aber auch schief, denn mitten auf einer Kreuzung gab der Bus seinen Geist auf. Eine kleine Kneipe in der Straße hatte daraufhin Hochkonjunktur.
Nach zirka einer Dreiviertelstunde kam tatsächlich ein Ersatzbus und wir konnten noch das Stadion des FC Barcelona besuchen. 98.800 Plätze und ein Museum der Extraklasse, so etwas kann man wohlArena nennen. Nach einem längeren Aufenthalt dort ging es weiter zur Ramala, das ist die berühmte Straße der Künstler aller Arten. Trotzdem war aber eher das Hard Rock Cafe für viele der Anziehungspunkt Nr.1. Der Markt in einer Seitenstraße brachte uns anschließend alle zum Staunen. Diese Farbenpracht und das Angebot begeisterten. Laura stand auf einem Fisch, der vom Tisch gehüpft war und Marie konnte sich nicht darüber beruhigen, dass die Krebse sich noch bewegten. Nach einiger Zeit wurde dann auch noch das Kleingeld knapp, denn jede Dose bei einem Künstler wurde angesteuert. Und davon gab es viele auf der langen Allee. Am späten Nachmittag ging es zurück ins Hotel. Die Mädchen wollten noch einmal an den Strand und Werner und Lutz hatten noch eine Verabredung mit dem Komm-Mit-Team.

Nach Santa Susanna in ein nobles Restaurant sollte es den Kopf der Reisegruppe führen. Hierher wurden wir eingeladen, um Gastgeschenke auszutauschen und bei einem Essen nach Landessitte die gesamte Veranstaltung noch einmal Revue passieren zu lassen. Was war gut, was nicht so. Für uns gab es keine negativen Erlebnisse. Wir waren rundum zufrieden und positiv angetan über die gute Organisation und den immensen Aufwand, den Komm-Mit dort betrieben hat.
Leider sind uns die Bilder des Essens abhanden gekommen, aber so was passiert schon mal. Unser Wappen mit der Geschichte des Dorfes hat aber schon für Staunen und Bewunderung gesorgt.

Am Ende belegten wir also den 9ten Platz von 12 Mannschaften. Respekt!
Als Spielerinnen
Kira Galeski, Jelka und Shona Knipprath, Sandra Menges, Lea Emmerich, Johanna Plag, Michelle Behrens, Katharina Kaiser, Lena Frensch, Marie Heinen, Laura Einheuser, Franziska Salzer, Anna Wilding an Stelle von Lisa Merz, die sich leider kurz voher verletzte.
Als Aufpasser und Sanitäter
Regine Behrens, Kathlen Knipprath, Christiane Galeski, Dieter Stahl
Als Trainer
Lutz Knülle
Als Alterspräsident
Werner Irion
Abschließend möchte sich die Mädchenfußball-Abteilung des SV Willmenrod noch bedanken...
...für die absolut tolle Unterstützung durch den Vorstand des SV Willmenrod.
...bei den Firmen BMW Wüst Kölbingen und Autolackiererei Sassenrath, die uns ermöglicht haben, mit neuen Trainingsanzügen der Extraklasse die Reise anzutreten.
...der Firma Ralf Plag für die tollen T-Shirts der Mädchen, die viel Aufsehen erregt haben (Schwarz-Rot -Gold).
...und last but not least für das Gastgeschenk der Gemeinde Willmenrod verbunden mit einer Spende zur Reise.
An dieser Stelle möchte ich mich auch noch bei den mitgereisten Eltern bedanken, die für Heimweh und jede Art von Wehwehchen immer ein Pflaster parat hatten.
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1. Wann? vom 29.06.2008- 5.07.2008 Turnier COPA CATALUNA
2. Wo? in Malgrat de Mar Provinz Barcelona (50 km vor Barcelona)
3. Wer? U17 Mädchen Jahrgang 1990 und Jünger, also auch unsere Jüngsten
Nun geht es los. Der Countdown läuft! Alle Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen und das "Unternehmen Spanien" kann beginnen.
Erstmalig wird eine Abteilung des SV Willmenrod sich auf ein internationales Abenteuer einlassen, das mit Sicherheit viel dazu beitragen wird, unseren kleinen Westerwaldort auch in der großen, weiten Welt bekannt zu machen.
Wir wissen schon mit Sicherheit, dass Schweden an diesem Turnier teilnehmen wird. Auch andere Nationen, wie die USA, die oft Schulmannschaften im Rahmen einer sportlichen Auseinandersetzung auf Reisen schicken, oder die Schweizer und auch Italienische Mannschaften sollten uns dort begegnen. Vergessen dürfen wir natürlich auch nicht die spanischen Mannschaften als Gatgeber.
Durch die Teilnahme der Schweden ergab sich eine Änderung für unsere Mannschaft. Eigentlich war es geplant als 7er Mannschaft das Turnier zu bestreiten, da es aber in Schweden diese Art des Spielbetriebs nicht gibt, wurde kurzerhand auf 11er umgestellt. Hiermit schwinden die Erfolgsaussichten für unsere Mädels ein wenig, denn mit einem Altersschnitt von der U16 bis herunter zur U12 geraten wir damit ein wenig ins Hintertreffen. Zumal wir es nicht gewöhnt sind als 11er zu spielen. Aber Westerwälder sind hart im nehmen und ich bin sicher, dass auch diese Hürde von unseren Mädchen gemeistert wird. Letztendlich geht es auch vielmehr darum, die Gemeinschaft untereinander zu fördern und auf einem internationalen Turnier andere Nationen zu treffen und sich auszutauschen.
Nun kommen wir zu den Personen, die sich auf den langen Weg machen, um unseren Verein im sonnigen Spanien zu vertreten:
Als Spielerinnen:
Kira Galeski, Jelka und Shona Knipprath, Sandra Menges, Lea Emmerich, Johanna Plag, Michelle Behrens, Katharina Kaiser, Lena Frensch, Marie Heinen, Laura Einheuser und Franziska Salzer
Leider fällt Lisa Merz aus, die sich im letzten Spiel so schwer verletzt hat, dass Sie die Reise nicht antreten kann. An dieser Stelle einmal viele Genesungswünsche der gesamten Mannschaft an Lisa.
Als Aufpasser:
Lutz Knülle, Regine Behrens, Kathlen Knipprath, Christiane Galeski, Dieter Stahl
Als Alterspräsident:
Werner Irion
(Text: Lutz Knülle) |